Autorenlesung von Kathrin Schrocke

  • In den USA ist die Gebärdensprache ASL die dritthäufigste Sprache nach Englisch und Spanisch.
  • Der finnische Rapper Signmark ist gehörlos und rappt in Gebärdensprache.
  • Bis vor wenigen Jahren war es in deutschen Gehörlosenschulen verboten, Gebärden zu verwenden, weil die Schüler nur die Lautsprache lernen sollten.

Dies alles und noch viel mehr über die weitgehend unbekannte Welt der Gehörlosen erfuhren die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen, am Freitag, den 27. November 2017, von Kathrin Schrocke. Die Autorin war im Rahmen der Diedorfer Kinder- und Jugendbuchtage ans SGD gekommen, um aus ihrem Roman „Freak City“ zu lesen: Darin erzählt Mika, „ein ganz normaler Durchschnittstyp“ (Schrocke), wie er Lea kennenlernt, ein hübsches und temperamentvolles Mädchen, das seit ihrer Geburt gehörlos ist. Einerseits fasziniert Lea ihn so sehr, dass Mika spontan einen Gebärdensprachkurs belegt, andererseits reagiert sein Umfeld sehr skeptisch und Mika stellt bald fest, dass die Gehörlosen in einer ganz eigenen Welt leben, zu der er nur schwer Zugang findet. Und da ist auch noch Sandra, Mikas Ex, die plötzlich wieder Interesse an ihm hat …

Nachdem die Autorin einen Ausschnitt aus dem Roman vorgelesen hatte, bekamen die Schülerinnen und Schüler bei einem Quiz zum Thema „Gehörlosigkeit“ die Chance, ein ganz besonderes Buch für die Schulbücherei zu gewinnen: Schimpfwörter in deutscher Gebärdensprache! Der Jubel war entsprechend groß, als die Zuhörer die Mehrheit der wirklich nicht einfachen Fragen richtig beantwortet hatten – einige versuchten gleich nach dem Ende der kurzweiligen Lesung, einige einschlägige Gebärden zu erlernen …

Alexandra Groth