„Wasser in Augsburg“

Als wir, das W-Seminar von Frau Mehltretter, am 17.11. mit 10-minütiger Verspätung in Augsburg ankamen, wurden wir schon von Herrn Pantel, dem Umweltreferenten des Landschafts-pflegeverbands, erwartet. Dieser gab uns zunächst einen kurzen Abriss darüber, was uns zu erwarten hatte sowie einige nützliche Broschüren rund um das Thema Wasser.

Bei einem kleinen Zwischenstopp am Königsplatz erfuhren wir, dass Augsburg das europaweit einzige historische Trinkwassersystem hat, welches heute noch im Einsatz ist. Aufgrund dieses einzigartigen Systems der Wasserwirtschaft könnte Augsburg im Jahr 2019 auch UNESCO Welterbe werden. Dann kamen wir auch schon bei unserem Hauptziel an, den Wassertürmen am Roten Tor.

Von nun an übernahm Frau Retsch die Führung. Bei einer Außentemperatur von 1°C freuten wir uns an dieser Stelle auch sehr über die Information, dass die Wassertürme beheizt sind. Im Jahr 1416 wurde der erste Wasserturm errichtet, der dabei half, das klare Trinkwasser des Lechs, der Wertach und weiterer Wasserquellen quer durch die Stadt und sogar bergauf zu transportieren. Wie das möglich ist? Das basiert auf dem Prinzip der kommunizierenden Röhren, das wir sogar selbst ausprobieren konnten!

Es handelt sich hierbei um ein physikalisches Prinzip, nach dem Wasser in einer Röhre immer weiter gedrückt wird, solange es unterhalb der Quelle liegt. Das Wasser wurde also in die oberste Etage des Turms gepumpt, von wo aus es ohne Zwischenspeicherung über einen Trichter durch den Eigendruck über die ganze Stadt verteilt werden konnte. Da ein Turm nicht mehr ausreichte, wurden weitere gebaut.

Bis ins Jahr 1879, wo die Türme als Wohnhaus vermietet wurden, waren drei unterschiedliche Pumpsysteme im Einsatz, die als Modelle in einem der Wassertürme zu besichtigen sind. Immer wenn ein neuer Wassermeister seine Stelle antrat, überlegte er sich, wie das System verbessert und er in die Stadtchronik aufgenommen werden könnte. Zweien ist dies auch gelungen. Als wir schließlich im obersten Stock, wo früher der Wassertank hing, angekommen waren, durften wir wunderschöne Stuckdecken bestaunen.

Diese sind ein Zeugnis dafür, dass das Wassersystem ein Touristenmagnet für Besucher und Ingenieure aus der ganzen Welt war. Allerdings hatte dieses Wassernetzwerk noch weitere Folgen: Da die Leitungen damals aus Holz gefertigt wurden, gab es vor Augsburgs Toren bald keinen Wald mehr, sondern nur noch Weide. Diese Weideflächen lockten Schäfer aus allen Richtungen an und so wurde Augsburg zum Zentrum der Textilindustrie, wovon auch das noch immer beliebte Textil- und Industriemuseum zeugt.

Den Abschluss fanden wir im Maximilianmuseum, wo wir versuchten, die verschiedenen Brunnenskulpturen (römische Göttergestalten) des am Rathausplatz befindlichen Augustusbrunnen, der zu dieser Jahreszeit bereits abgedeckt ist, den Flüssen Lech, Wertach, Singold und dem Brunnenbach zuzuordnen. Kein leichtes Unterfangen – sogar die Wissenschaftler sind sich hier nicht einig!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies ein sehr lehrreicher Ausflug war, bei dem wir nicht nur viel über das Wassersystem erfahren haben, sondern auch viele weitere interessante Informationen zu unserer Heimatstadt bekommen haben.

Laurenz Joachim, Q11