Kunstfahrt zur documenta 14

Ein Zehntklässler berichtet von seinen Eindrücken der Kasselfahrt:

Nach fünf Jahren Wartezeit war es dieses Jahr nun endlich wieder so weit: Die 14. Documenta startete nach einer feierlichen Eröffnung. Die 100 Tage andauernde Ausstellung für zeitgenössische Kunst wurde 1955 ins Leben gerufen und findet seitdem alle fünf Jahre im hessischen Kassel statt. Dort werden die Kunstwerke berühmter deutscher, aber auch internationaler Künstler in diversen Gebäuden, die in der ganzen Stadt verteilt sind, ausgestellt.
Dieses Jahr gab es eine weiteren Ausstellungsort in Athen. Man fragt sich jetzt natürlich: „Warum Kassel?“. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden dort bereits viele Kunstwerke des Jugendstils veröffentlicht und solch eine Ausstellung wurde 1955 mit der Bundesgartenschau verbunden. Das war die Geburtsstunde der Documenta. Ein weiterer Grund, warum die Documenta überhaupt begründet worden ist, war, dass Deutschland nach den Schrecken des zweiten Weltkriegs nun ein kulturelles Zentrum Europas werden sollte.

Im Juni durften wir Schüler der 10. Klassen im Rahmen des Kunstunterrichts die documenta 14 vom 22.06. – 24.06.2017 besuchen.
Unser erster Tag begann schon früh. In der Jugendherberge angekommen, machten wir uns danach für die Führung durch die Documentahalle bereit. Innen wurden unter anderem Bilder ausgestellt, die von Flüchtlingen gezeichnet wurden und deren Geschichte erzählen. Des Weiteren wurde uns auch eine alte Geschichte der Ureinwohner Alaskas mit Hilfe von originalen Masken eines Stammes nähergebracht. Unterhalb der Halle erstreckte sich ein großer Park mit einem Pavillon, in dem man meditative Gesänge von christlich orthodoxen Mönchen hören konnte.
Als wir am Nachmittag endlich wieder an der Jugendherberge ankamen, waren viele erschöpft und müde. Doch selbst ein heftiges Gewitter hinderte viele unserer Schüler aber nicht daran, nach dem Abendessen noch einen lustigen Abend in Kassels Innenstadt zu verbringen.
Am nächsten Tag trafen wir uns am Friedrichsplatz, dem Zentrum der documenta. Von dort aus ging es weiter zum hessischen Landesmuseum, wo wir zuvor noch ein mit Kakaosäcken verkleidetes Haus besichtigten.
Im hessischen Landesmuseum selbst, waren neben der Geschichte des Kasseler Porzellans, der Familie der Landgrafen von Hessen und den ersten Kohle- und Erzabbaumethoden noch diverse Kunstwerke zweier namhaften Künstler ausgestellt. Danach ging es weiter in ein Museum, das diverse Totenkulte und Bestattungsweisen der verschiedenen Weltreligionen präsentierte. Den Rest des Tages durften die Schüler selbst gestalten und wir liefen in kleinen Gruppen durch die Stadt, um die anderen Kunstwerke und Ausstellungen auf eigene Faust zu besichtigen. Unsere Gruppe ging dabei in die Neue Neue Galerie, in die Neue Galerie und in den unterirdischen Kulturbahnhof der Stadt.
Die Abendgestaltung war wie am Abend zuvor sehr lustig und stimmungsvoll.
Wir besuchten ein Straßenfest, das wenige Meter von unserer Herberge veranstaltet wurde und während guter Musik in den Straßencafés, kühlen Getränken und ausgelassener Stimmung ließen die Schüler den zwar anstrengenden, aber auch interessanten Tag ausklingen.
Der letzte Tag in Kassel brach an und die Tagesplanung sah vor, dass wir einen Ausflug auf die Wilhelmshöhe machen würden. Wir genossen die ruhige idyllische Natur des Erholungsparks und liefen später in kleinen Gruppen durch das Gelände.
Gegen Mittag fuhren wir wieder Richtung Friedrichsplatz, wo wir die Bestellung von 64 Pizzen und einen kleinen Salat entgegennahmen. Während wir unser Mittagessen genossen, bekamen wir eine kostenlose Vorstellung eines Poetry Slams, den ein lokaler Künstler vortrug. Aus den leeren Pizzakartons bauten wir unser eigenes Kunstwerk.
Während der Zugfahrt nach Hause ließen viele Schüler die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Trotz zunächst 1,5 Stunden Verspätung der Züge kamen wir schließlich relativ pünktlich, erleichtert, müde und voller neuer Eindrücke in Augsburg an.

Lennart Miller

 

 

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