Weinbergschnecken-Praktikum

In der letzten Juniwoche hieß es für die Klassen 8a und 8c Vorurteile und Ekel zu überwinden und Weinbergschnecken einmal genau unter die Lupe zu nehmen – und das nicht nur sprichwörtlich. Im Rahmen des Biologieunterrichts der 8. Klassen, dessen Lehrplan u.a. einen Einblick in die Vielfalt wirbelloser Tiere vorsieht, wurden Weinbergschnecken als Vertreter der Weichtiere in zahlreichen Versuchen näher untersucht.

„Keine Handschuhe?! Aber die sind doch voll eklig!“ So oder so ähnlich begann eine sehr andersartige, aber spannende und lehrreiche Stunde. Die Schüler waren zu Beginn doch etwas fassungslos über die Aufforderung, die Schnecken mit der bloßen Hand aus dem Eimer nehmen zu sollen und durch ein kurzes Bad in warmem Wasser „auf Betriebstemperaturen“ zu bringen. Doch schon innerhalb weniger Minuten waren alle Vorbehalte vergessen und die Aufmerksamkeit der Jugendlichen vollkommen auf die kleinen, aber doch faszinierenden und sehr handzahmen Geschöpfe vor ihnen gerichtet. „Wie fühlen sich Schnecken an? Welches Futter mögen Schnecken am liebsten? Können Schnecken hören? Wie bewegen sie sich fort? Wie schnell kann eine Schnecke kriechen?“ Dieser und ähnlicher Fragestellungen wurde im Laufe der Stunde auf die Spur gegangen. Ein Höhepunkt war u.a. ein mit viel Kreativität von den Schülern entworfener Hindernisparcour, bei dem auch Rasierklingen und Scherben nicht fehlen durften. Besonders schön war bei alledem jedoch auch zu beobachten, wie vorsichtig und verantwortungsbewusst die Schüler mit den Tieren umgingen.

So endete die Stunde nach vielen Streicheleinheiten und Leckerbissen für die komplett unverletzt gebliebenen Weinbergschnecken sehr glücklich. Durch ihren Ausflug ins Klassenzimmer, entgingen die 20 Tiere, die einer Schneckenzucht entstammten, dem sicheren Weg in den Kochtopf. Anstelle als Delikatesse auf einem Teller zu landen erfreuen sich nun alle Schnecken ihres Lebens in der freien Natur – natürlich weit weg von allen Diedorfer Gärten.

Elisabeth Hutter