Artikel von Thomas Luy und Foto von Julia Pietsch (LRA Presseabteilung)
Im Rahmen der Projekttage im Juli 2026 führten die katholischen Schülerinnen und Schüler der letztjährigen Jahrgangsstufe 9 nach intensiver Vorbereitung im Religionsunterricht die vierten Klassen der Grund- und Mittelschule Fischach und Langenneufnach auf jüdischen Spuren durch den Markt Fischach. Nach der Begrüßung durch Landrat Martin Sailer und einem selbstgedrehten Kurzfilm über Geschichte der Fischacher Juden im Checker-Tobi-Stil ging es auf zu den einzelnen Stationen: die ehemalige jüdische Synagoge, die frühere jüdische Schule, den jüdischen Friedhof sowie den Bahnhof. Dort erfuhren die Grundschülerinnen und -schüler unter anderem, wie ein jüdisches Gotteshaus aufgebaut ist, was jüdische Kinder in der Schule lernten, welche Bräuche auf einem jüdischen Friedhof praktiziert werden, aber auch welche tragische Rolle der um das Jahr 1900 von Juden mitinitiierte Bahnhof zur NS-Zeit spielte. Ebenso wurde auf das meist gute Verhältnis zwischen Juden und Christen im Ort eingegangen.
Im Rathaus durften die Grundschülerinnen und -schüler an einer weiteren Station koschere Speisen probieren, wie z.B. ein Weisbrot in Zopfform, genannt „Berches“, Trauben und Zitronenkuchen. Ziel des Projekts, das von der Kreisheimatpflege, dem Landratsamt Augsburg sowie der Gemeinde Fischach begleitet und gefördert wird, ist für die Geschichte und Kultur des Ortes zu sensibilisieren, antisemitischen Tendenzen vorzubeugen und so zu einem friedlichen Zusammenleben in unserer Heimat beizutragen. Sowohl den Grundschülern als auch den neunten Klassen bereitete das Projekt viel Spaß – wenn auch etwas getrübt durch den strömenden Regen am Montagmorgen. Dafür war das Wetter am Dienstag umso schöner.



