Artikel von Julia Reif-Mack
Wenn man in der Schule mit dem Judentum konfrontiert wird, dann geschieht das meist sehr theoretisch im Religions- oder Ethikunterricht oder im Zuge des Holocausts im Geschichtsunterricht. Aber ein lebendiges und gelebtes Judentum lernen nur die wenigsten Schüler in der Schule kennen, meinte Chiara, die 28-jährige Jüdin, die im Rahmen von „Meet a Jew“ die Religions- und Ethikgruppen der 9. Klasse am SGD besuchte.
Genau das ist ihr aber ein persönliches Anliegen. Sie möchte ihren gelebten Glauben den Schülern zeigen. Es war also kein Vortrag über das Judentum, der die Schülerinnen und Schüler erwartete, sondern ein reger Austausch mit Chiara, die versuchte, alle Fragen rund um den jüdischen Glauben zu beantworten. So erfuhren wir, warum manche Juden am Schabbat das Auto stehen lassen oder manch einer nicht nur zwei Schneidebretter in der Küche hat, um milchhaltige Speisen von Fleisch zu trennen, sondern sogar gleich zwei Küchen einrichtet. Aber auch, wie Chiara ihren Glauben im Alltag lebt und was für sie persönlich den Schabbat ausmacht, konnten die Schüler erfahren. Dann nämlich legt sie das Handy, das sie unter der Woche unentwegt begleitet, zur Seite, und feiert mit ihren Gästen am Abend den Schabbat. Dabei berichtete sie auch, dass es nicht das Judentum gibt, sondern viele den Schabbat ganz unterschiedlich auslegen. Chiara erzählte viel Persönliches, wie sie zum Judentum konvertierte, was dies für sie und ihre Familie bedeutete, wie sie ihren jüdischen Namen wählte und auch, wie sie ganz persönlich mit Anfeindungen und Antisemitismus im Netz umgeht. Es war ein ganz persönlicher Einblick, den sie uns gewährte und somit dem sehr theoretischen Thema Judentum im Lehrplan Leben verlieh.
Schülerstimmen zum Besuch:
„Das Treffen hat mir Einblicke in eine andere Lebensweise gewährt und auch ein anderes Licht auf das Judentum geworfen. Ich habe viel über die Kultur gelernt.“
„Meet a Jew war sehr interessant und man hat viel über den Alltag und die Herausforderungen einer anderen Religion gelernt.“
„Das Treffen mit Chiara war eine bereichernde Erfahrung und gab mir einen Einblick in jüdische Kultur und Religion. Sie war sehr gesprächsbereit und man hatte die Gelegenheit jüdische Tradition kennenzulernen.“
„Meet a Jew hat uns einen Einblick in eine völlig interessante und einzigartige Religion gegeben. Wir haben von dem Alltag, den Regeln und vielem mehr erfahren.“



