
Samstag, 23 Uhr, Buswendeschleife Diedorf. Freudige Schüler warten darauf, ihren Sitz im Bus besetzen zu dürfen. Noch schnell von den Eltern verabschiedet, die Koffer sind schon verstaut. Voll beladen mit „süßem“ Proviant und Decken wird das Fahrzeug betreten. Reiseroute: A8, A7, Dänemark. Dann rollt der Bus los.
Aufbruch in eine für die Meisten unbekannte Welt. Am nächsten Morgen sind wir schon nicht mehr in Deutschland. Fähre fahren steht an, denn die Hauptstadt von Dänemark liegt auf einer Insel. Am frühen Nachmittag Ankunft im Hostel. Zimmer beziehen, schnell umziehen, denn der erste Programmpunkt steht schon an: Besuch des Assistenzfriedhofs im Stadtteil Nørrebro, wo bekannte Persönlichkeiten wie Hans Christian Andersen oder Niels Bohr begraben liegen. Ungefähr eine Viertelstunde Fußmarsch. Auch das noch. Doch der restliche Tag wurde uns freigestellt. Um 23 Uhr Bettruhe. Endlich, nach diesem langen Tag.

Neuer Tag, neues Programm. Sightseeing-Tour in Kopenhagen, zu Fuß, versteht sich. Vorbei am Rathausplatz mit den Leuchtreklamen, einem Freizeitpark und, wer hätte es gedacht, dem Rathaus, einem imposanten Backsteinbau, erbaut vor etwa 100 Jahren. Durch verwinkelte Gassen und über kleine Kanäle geht es weiter zum Nyhavn, einem Kanal, welcher mit 350 Jahren nicht mehr ganz so neu ist, wie der Name vermuten lässt. Die Giebelhäuser an den Seiten erinnern an die Stadt Amsterdam, diese Besonderheit ist nicht nur einmal in Kopenhagen zu sehen. Weiter geht es, zum Schloss Amalienborg mitten in der Stadt, denn dort findet traditionell um 12 Uhr die Wachablösung statt. An diesem Tag jedoch nicht nur die: Das Internationale Weihnachtsmanntreffen findet mitten im Juli dieses Jahr anscheinend in Dänemark statt, weshalb es auf dem zentralen Platz im Schloss kurz vor 12 nur so von Santa Clauses und Väterchen Frosts wimmelt. Die Wachablösung, für die wir unseren Sitzplatz auf Treppenstufen opfern mussten, fand trotzdem statt. Die Wachen nahmen allerdings von den Weihnachtsmännern und den zahlreichen Touristen keine Notiz. Nachdem die Wachen nun nach einer halben Ewigkeit ihre Ablösung hatten, konnten wir endlich zur Hauptattraktion Kopenhagens weiterwandern: Der kleinen Meerjungfrau. Das klein war wörtlich zu nehmen. Wir konnten uns vorstellen, warum sich die Kopenhagener immer noch über die Bekanntheit der Statue im Hafenbecken wundern. Die Bronzefigur, angelehnt an das verfilmte Märchen von Hans Christian Andersen war ähnlich spektakulär wie jede andere Statue in der Stadt, die Ansammlung an Touristen davor war da schon sehenswerter. Da man die drei Kilometer Fußmarsch aber nicht umsonst gemacht haben wollte, wurde der Meerjungfrau noch ein verwackeltes Foto gewidmet. Die anschließenden drei Stunden Freizeit gingen dann natürlich größtenteils für den Rückweg zum Rathausplatz drauf. Denn dort wartete schon der Tivoli auf uns, ein Freizeitpark mitten in der Innenstadt. Der mit Parkanlagen und Architektur aus anderen Ländern geschmückte Park wurde 1843 eröffnet und ist einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt. Unter anderen gab es eine über 100 Jahre alte Holzachterbahn mit einer Person in jedem Wagen, welche „Bremser“ genannt wird (der Name beschreibt die Tätigkeit ganz gut). Modernere Fahrgeschäfte wie die Achterbahn „Daemonen“ (im Bild) waren natürlich auch vertreten. Der Park ist allerdings weniger für die Fahrgeschäfte, sondern vielmehr für die schönen Gartenanlagen, Seen und Brunnen bekannt. Gegen 23 Uhr geht dann der erste volle Tag in der Metropole zu Ende.

Der Dienstag widmete sich weniger der Stadt, sondern mehr den Schlössern im Umfeld. Los ging es mit Schloss Kronborg, gelegen an der Meerenge Öresund zwischen Dänemark und Schweden. Bekannt ist die eigentliche Festung als „Hamletschloss“, der Ort des Schauspiels von William Shakespeare. Das Stück scheint so wichtig zu sein, dass Teile davon fast täglich im Hof aufgeführt werden. Nach einer Führung durch die Innenräume und die Katakomben geht es an diesem ausgesprochen warmen und sonnigen Tag zum nächsten Gebäude, Schloss Fredensborg. Der große Park lädt zum Spazieren und Mittagessen ein. Nach einem einstündigen Aufenthalt wartet der Bus schon für die nächste Fahrt zu Schloss Frederiksborg. Das beeindruckende Wasserschloss beherbergt das Dänische Nationalhistorische Museum sowie eine Kunstausstellung auf drei Stockwerken. Auch der an einem See gelegene große Garten, den wir in der Freizeit besuchen konnten, war ein Highlight.

Am nächsten Tag stand nicht mehr viel an. Vormittags ging es zum Schloss Rosenborg, in dem unter anderem die dänischen Kronjuwelen ausgestellt sind. Mittags nahmen wir an einer Bootstour durch die Kanäle Kopenhagens teil, den Rest des Tages nutzten wir für einen letzten Gang durch die dänische Hauptstadt. Der Abend klang mit einem gemeinsamen Essen im Hard Rock Café am Rathausplatz aus. Um 24 Uhr ging dann der letzte ganze Tag in Kopenhagen zu Ende, denn am nächsten Tag traten wir um 13 Uhr die Rückreise an. Fahren, Fähre fahren, lang fahren. Um 6 Uhr in der Früh war die Reise dort beendet, wo sie begonnen hatte. Doch Kopenhagen ist nun für uns nicht mehr ganz so unbekannt wie es vorher war.

Paul Bachmann, Niklas Butzki und Laurenz Joachim aus der Q11 berichteten