Schüler der Klasse 8a spielen beim Brechtfestival Augsburg

„Lateinunterricht und Brecht? Passt das denn zusammen?“, mag sich der eine oder andere vielleicht fragen.

Durchaus, denn Bertolt Brecht hat in seiner Coriolan-Bearbeitung auch das Gleichnis vom Magen und den Gliedern aufgegriffen, von welchem bereits der römische Geschichtsschreiber Livius in seinen Annalen berichtet. Allerdings nimmt Brecht einen deutlich kritischeren Blick auf das Gleichnis ein, das besagt, dass in einem Staat alle Menschen verschiedenen Standes zusammenhalten sollten, sowie in einem Körper alle Körperteile zusammenarbeiten müssen, damit es dem ganzen Körper gut geht. Die große Frage, die Brecht umtreibt, ist allerdings die: Kann ein unveränderliches System, wie es bei einem menschlichen Körper vorliegt, auf den Staat übertragen werden? Ein Magen muss immer der Magen bleiben, doch dürfen die Regierenden immer die Regierenden bleiben?
Mit diesen Fragen haben sich auch die Schüler und Schülerinnen der Klasse 8a beschäftigt, woraus das Stück „Livius, Brecht und die Sache mit dem kleinen Zeh“ entstanden ist.

Besonders groß war die Freude, als die Klasse infolge der Teilnahme am Wettbewerb „Mein Lieblingsbrecht“, der im Rahmen des Brechtfestivals ausgeschrieben war, die Einladung zur Aufführung des Stückes auf der Augsburger Brechtbühne erhielt.

Nun waren intensive Proben angesagt, bei denen uns Herr Dr. Friedrichs, einer der Mitverantwortlichen der Veranstaltung, unterstützte. Und so ging es am 1. März, ausgerüstet mit Zähnen, Ohren und Händen aus Pappe zur Brechtbühne, wo wir alle Bühnenluft schnuppern durften. Ein bisschen aufgeregt waren wir schon, doch die Schüler, unter ihnen Nicolas Monfé als Menenius Agrippa und Amelié Buchwald als Brecht, brachten mit Bravour ihr Stück zur Aufführung. Mit großem Interesse folgten wir auch den Darbietungen anderer Schulklassen.

Ein Abend, der uns und den Eltern viel Freude gemacht hat.

Annette Neumann