Das Schmuttertal-Gymnasium Diedorf ist das einzige Gymnasium in Bayern, das gleich zwei der zwölf Preisträger bei „Architektur auf dem Bierfilzl“ hervorbrachte, die im Oktober nach Venedig fahren durften. Begleitet wurde die Exkursion von Kunstlehrer Michael Hinterleitner.
Ein Reisebericht von Lena Angerer:
Im Oktober 2014 waren aus ganz Bayern zwölf Preisträger des Wettbewerbs „Architektur auf dem Bierfilzl“ in Venedig. Darunter auch Julius Gerheuser (7b) und ich, Lena Angerer (7a). Nach einer anstrengenden Nachtfahrt mit dem Zug kamen wir am Mittwoch am Bahnhof in Venedig an. Wir fuhren mit dem Vaporetto, eine Art Wasserbus, ins Hotel. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, gingen es auf eine Architekturbiennale namens Giardini, welche sehr verwirrend und ausgefallen war. Das Hauptthema war „Elements of Architecture“. Deshalb wurden unter anderem Toiletten, Gänge und so genannte Feuerstellen ausgestellt. Unter dem Begriff „Feuerstelle“ muss man sich Geräte vorstellen, wie zum Beispiel den Fernseher, um die sich Menschen scharen. Auf dem Giardini – Gelände standen mehrere Container, die jeweils einem Land zugeordnet waren. In diesen Containern sind dann unterschiedlichste Sachen ausgestellt, die alle die Architektur betrafen. Österreich zum Beispiel baute alle Regierungssitze der Welt in Kleinformat nach. Am Abend liefen wir dann zwei Stunden zu einem Restaurant. Auf dem Weg dorthin sollten wir Elemente von Venedig fotografieren. Wir fotografierten zum Beispiel Wäscheleinen, Figuren und Beleuchtungen. Nachdem wir im Restaurant etwas gegessen hatten, fuhren wir mit dem Vaporetto wieder zurück ins Hotel, in dem wir todmüde in unsere Betten fielen. Am nächsten Tag besuchten wir den zweiten Teil der Architekturbiennale, die Arsenale. Diese fand in alten Militär-Hallen statt, die man früher zum Schiffsbau benutzte. Die Veranstaltung unterschied sich vom Giardini schon allein dadurch, dass man auf der Arsenale oft freien Ausblick auf das Meer hatte. Außerdem wurden dort viele Videos gezeigt, in denen Ausdrucktanz eine große Rolle spielte. Man brauchte aber, wie ich fand, eine ordentliche Portion Fantasie, um zu erkennen, was die Tänzer darstellen wollten. Am Mittag veranstalteten wir ein gemeinsames Picknick. Später am Nachmittag bastelten wir Fassaden von Häusern nach und zeichneten den Grundriss eines Platzes. Die Fassaden waren alle von einem Platz, so dass wir schließlich den ganzen Platz in allen Einzelheiten auf einem Plakat aufgeklebt hatten. Das Endergebnis sah zu unserer Überraschung sogar sehr gut aus. Danach hatten wir uns ein Eis redlich verdient, das dort übrigens sehr lecker schmeckte. Am Abend versorgten wir uns selbst mit Essen und bummelten in Gruppen in der Stadt herum. Am Freitag hatten wir einen Workshop mit den Österreichern und Slowenen, bei dem wir, nach einigen organisatorischen Schwierigkeiten, mit Hilfe von Zeitungspapier und Klebeband räumliche Gebilde errichteten. Unsere Idee bestand darin, eine Welle oder mehrere Wellen zu bauen, wobei es uns mehr um die Bewegung in der Welle ging. Die Österreicher hängten mehrere Kissen aus Zeitung übereinander, wobei sie Platz zwischen den einzelnen Kissen ließen. Zudem bauten sie noch eine Art Mauer aus speziell gefaltetem Zeitungspapier. Die Slowenen gestalteten einen Wald mit Bäumen aus langen stabilen Zeitungsrollen und bauten noch einen Stern, der auch aus Zeitungsrollen bestand. Anschließend mussten wir unsere Werke auf Englisch präsentieren, da die Slowenen kein Deutsch verstanden. Am Abend brauchten wir dringend eine „lehrerfreie Zeit“, die wir auf der Dachterrasse unseres Hotels umsetzten. Um zehn Uhr war leider Bettruhe. Am Abreisetag stand noch ein zusammenfassendes Treffen zum Workshop auf dem Tagesplan. Danach stand uns die Zeit zur freien Verfügung. Die meisten gingen in die Stadt, um Souvenirs zu kaufen. Dann fuhren wir mit dem Vaporetto wieder zurück zum Bahnhof und stiegen in den Nachtzug. In der Früh um kurz nach sechs verabschiedeten wir uns schweren Herzens am Münchener Bahnhof von einander und bestritten das letzte Stück unserer Heimreise.
Lena Angerer
Auch das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst berichtet über Venedig:
http://www.km.bayern.de/lehrer/meldung/3020.html