Datenschutzprobleme bei Google Street View, Tierversuche in der Wissenschaft, Legalisierung von Cannabis und Wählen ab 16: Eine bunte Mischung kontroverser und hochaktueller Themen wurde im Plenarsaal des Bayerischen Landtags leidenschaftlich diskutiert. Der Schlagabtausch von unterschiedlichen Argumenten fand diesmal allerdings nicht zwischen den Politprofis im Maximilianeum statt, sondern unter mehr als 180 bayerischen Schülerinnen im Rahmen des „Mädchenparlaments“, einer Parlamentssimulation auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion.
Auch Franziska Sohr, Selina Dürrwanger, Isabel Fink und Leonie Kerler aus den sozialwissenschaftlichen Klassen 9a und 9d am SGD waren der Einladung von Dr. Simone Strohmayr, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, gefolgt, um den Arbeitsalltag einer Politikerin einmal hautnah zu erleben.
Nach der vorbereitenden Arbeit in Ausschüssen, bei der sich unsere Diedorfer Schülerinnen für das jugendpolitische Streitthema „Wählen ab 16“ entschieden hatten, folgte die Vorstellung der Anträge und ihre lebendige Debatte in der Plenarsitzung, die ebenfalls von Schülerinnen geleitet wurde. „Verantwortung übernehmen, Position beziehen und diese leidenschaftlich vertreten“ – dieser Zielsetzung wurde das Mädchenparlament voll und ganz gerecht, wie die im Verlauf des Tages immer lebhafteren Aussprachen und selbstbewusst vorgetragenen Redebeiträge der Mädchen zeigten. Nach einem intensiven Arbeitstag in den altehrwürdigen Hallen des Maximilianeums waren sich unsere Schülerinnen einig, einen unmittelbaren Einblick in den Beruf der Politikerin bekommen zu haben, den sie jedoch auch durchaus realistisch bewerten:
„Im echten Plenarsaal einmal selbst in den bequemen Sesseln der Abgeordneten zu sitzen und aktiv mitzureden, nicht nur zuzuhören, das ist schon außergewöhnlich.“
Leonie Kerler
„Wenn nach der anstrengenden Arbeit in den Ausschüssen der eigene Antrag letztlich angenommen wird, ist das natürlich richtig motivierend. Wenn die ganze Arbeit allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis führt und man die Mehrheit nicht davon überzeugen kann, stelle ich mir das schon auch manchmal frustrierend vor.“
Isabel Fink
Schüler aus der Klasse 9a berichten vom Landesentscheid Jugend debattiert:
Isabel musste im Anschluss zum Pestalozzi-Gymnasium laufen, da der Wettbewerb für Sek I in dessen Räumen pünktlich um ca. 13.00 Uhr begann. In der ersten Debatte zum Thema „Soll ein Jugend-Check für Gesetzesvorhaben eingeführt werden?“ hat sie die Kontraposition vertreten. Nachdem das Feedback durch die Juroren für die einzelnen Debattanten auf beiden Seiten gegeben worden war, ging es rund eine Stunde später mit der Streitfrage „Sollen Lebensmittel mit einem Chip ausgestattet werden, der ihre Haltbarkeit anzeigt?“ weiter. Diesmal wurde durch die Schülerin die Pro-Seite argumentativ verteidigt. Da nun beide Qualifikationsrunden an den Schulen sowohl für Sek I (Klassen 8 und 9) als auch für Sek II (Klassen 10-12) abgeschlossen waren, sind Kristin, Jonathan, Isabel und Frau Reichert-Hafner mit der Straßenbahn in den bayerischen Landtag, ins Maximilianeum gefahren, wo die Teilnehmer für das Finale bekanntgegeben wurden.
Unglaubliches wurde wahr: Isabel schaffte es bis ins Finale und ging sogleich mit den anderen drei Finalisten in den Vorbereitungsraum, der sich direkt neben dem Sitzungssaal des Landtags befand. Zunächst war die Begrüßung durch Alumni (ehemalige Teilnehmer von Jugend debattiert), Vertreter des Landtags und der Bildungsministerien sowie durch den Projektleiter und Landesbeauftragten von Jugend debattiert Herrn Poeppel. Zudem wurde die Veranstaltung in den Pausen durch die musikalische Mitgestaltung zweier Schüler umrahmt. In der Finaldebatte zu „Sollen in Großstädten bei Feinstaub-Alarm Fahrverbote verhängt werden?“ hat Isabel erneut die Kontraseite verteidigt. Nach dem Feedback und der anschließenden Debatte älterer Schüler war dann endlich die Bekanntgabe der Platzierungen! Isabel belegte letztendlich einen herausragenden vierten Platz in ganz Bayern, worüber sich alle freuten.
Nach den Siegerehrungen und der Urkundenübergabe endete die Veranstaltung um ca. 19.00 Uhr. „Es war eine wirklich tolle Erfahrung für mich, einmal bei Jugend debattiert dabei zu sein, und am Schluss zu den besten Vier aus ganz Bayern zählen zu dürfen!“, so Isabels Fazit am Ende des Tages. Auch Kristin und Jonathan konnten positive Eindrücke mit nach Hause nehmen: „Für mich war interessant zu sehen, wie gut der gesamte Ablauf des Wettbewerbs organisiert und wie hoch das Niveau der einzelnen Debatten war “, schildert Kristin. „Es gab viele spannende und abwechslungsreiche Streitgespräche und am besten fand ich, dass wir das Landtagsgebäude anschauen konnten“, erklärt Jonathan.
Am Donnerstag, dem 14.04.2016, trafen wir uns um 8.00 Uhr mit Herrn Dorn in der Aula, um dann gemeinsam mit zwei Autos nach Königsbrunn zum Spielort zu fahren. Wir mussten in Gruppe 2 ran, die aus der Mittelschule Gersthofen 2, der Realschule Königsbrunn und uns, dem Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, bestand.
Wir dominierten von Anfang an, vergaben aber viele Torchancen. Doch dann konnte Jakob Sitka endlich das 2:0 erzielen, was auch der Endstand blieb. So hatten wir die ersten 15 Minuten überstanden und gleich die ersten drei Punkte eingefahren.
Das Halbfinale spielten wir gegen den Favoriten des Turniers, gegen das Paul-Klee-Gymnasium, das viele FCA-Spieler in ihren Reihen vorzuweisen hatte. Da es in den Finalspielen keinen Technikwettbewerb mehr gab, spielte man 20 Minuten statt 15. Wir nahmen uns vor, alles zu geben und starteten auch gut ins Spiel. Hinten standen wir sehr gut und ließen keine Chancen zu. Etwa in der achten Minute kam Moritz Gall am linken Strafraumeck des Gegners an den Ball und schlenzte ihn ins rechte Kreuzeck. So stand es 1:0 für uns. In der 14. Spielminute wurde uns kurz vor der Mittellinie ein Freistoß zugesprochen. Mathias Dirr lief an und schoss den Ball halbhoch vor das Tor. Dort war ein riesiges Durcheinander, aber niemand berührte den Ball, und so trudelte er ins Tor. Sonst passierte nichts mehr und wir standen im Finale!!!
Trotzdem waren wir alle sehr zufrieden mit dem 2. Platz. Am Ende des Tages ging es dann mit einer Silbermedaille für jeden und einer Urkunde nach Hause.
Seit Kurzem verfügt nun auch unser junges Gymnasium über die ersten fertig ausgebildeten Streitschlichter. Vier Schülerinnen und zwei Schüler aus der Jahrgangsstufe 9 haben im Rahmen des Wahlkurses „Streitschlichter“ fundierte Grundlagen in Gesprächsführung, Kommunikationstheorie, Konfliktlösungsmodellen und Schlichtungsgesprächen erhalten.
