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Redakteurinnen der SGD-Schülerzeitung besuchen Pressekonferenz

Redakteurinnen der Schülerzeitung
zu Gast im Polizeipräsidium

Kampagne #NMMO
„#NichtMitMeinerOma – #NichtMitMeinemOpa“

Am Mittwoch, den 11.05.22, waren wir, vier Schülerinnen aus der Klasse 8d, im Augsburger Polizeipräsidium Schwaben Nord bei einer Pressekonferenz zum Thema „Nicht mit meiner Oma – nicht mit meinem Opa‘‘, bei der es um die in letzter Zeit immer häufiger vorkommenden „Schockanrufe“ bei älteren Menschen ging.

Ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Deutschland: Ein Enkelsohn ruft bei einer Oma an und bittet sie um Geld, weil etwas Schlimmes passiert sei. Die Oma ist völlig schockiert und macht sofort, was der Mann am Telefon ihr aufträgt. Sie hebt die geforderte Summe von ihrem Konto ab und ist bereit, das Geld an einen angekündigten Boten zu übergeben. Einige Zeit später merkt sie jedoch, dass an dem Anruf etwas merkwürdig war und ruft sicherheitshalber ihren Enkelsohn an. Doch dieser weiß von nichts und ist vollkommen überrascht…

Immer häufiger hört man von dieser Betrugsmasche, genannt „Enkeltrick“ oder auch „Callcenter-Betrug“. Aufklärung ist das wichtigste Mittel dagegen, denn nicht immer geht es noch gut aus wie im oben genannten Beispiel. Deshalb hat die Polizei die Kampagne „Nicht mit meiner Oma – nicht mit meinem Opa‘‘ ins Leben gerufen.

Die Täterinnen und Täter nutzen das Vertrauen der Menschen aus, indem sie sich als Familienmitglieder oder falsche Polizeibeamtinnen oder -beamte ausgeben.

Sie überraschen die Opfer mit einem Schockanruf und setzen sie so unter Druck, dass sie nicht mehr klar denken können, denn die Täterinnen und Täter sind psychologisch geschult. Sie lassen sich immer etwas Neues einfallen und passen sich der Umgebung an. Aber was können wir in diesem Moment machen?

Als erstes sollte man keine persönlichen Daten am Telefon nennen und spätestens bei Geldforderungen das Gespräch sofort beenden. Man darf niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte übergeben. Beim geringsten Zweifel sollte man den Notruf 110 wählen.

Letztes Jahr konnte die Polizei 14 von 70 Fällen solcher Schockanrufe lösen. Unter anderem nahm sie eine Frau fest, die eine Haftstrafe von fünf Jahren bekam.

Mit einer Kampagne namens #NMMO setzt das Polizeipräsidium Schwaben Nord auf die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern, welche durch Postkarten deren Großeltern oder andere ältere Bekannte auf die Masche der Täterinnen und Täter aufmerksam machen und ihnen die Verhaltenstipps erklären sollen. Prominente Augsburgerinnen und Augsburger wie zum Beispiel Oberbürgermeisterin Eva Weber oder auch der Kasperl aus der Puppenkiste sind auf den Plakaten zu sehen.

All das erfuhren wir bei der Pressekonferenz. Zudem wurden wir mit Informationsmaterial für unsere Mitschülerinnen und Mitschüler versorgt.

Ein ganz besonderes Highlight war, dass wir im Anschluss an die Pressekonferenz noch die Arrestzellen im Polizeipräsidium besichtigen durften. Hier kommt man im Normalfall nur hin, wenn man tatsächlich festgenommen worden ist – und wer will das schon? Zusätzlich wurden wir von den Polizistinnen und Polizisten mit interessanten Geschichten rund um vergangene Festnahmen versorgt.

Es gibt insgesamt 19 Zellen, darunter fünf Ausnüchterungszellen und eine Sammelzelle. In der 5m x 2,5m Zelle haben die Täterinnen und Täter nur einen Schlafplatz, eine Toilette und ein Waschbecken. Den Täterinnen und Tätern werden so viele persönliche Dinge wie möglich abgenommen, damit sie sich selbst und auch die Polizistinnen und Polizisten nicht gefährden. Es gab beispielsweise schon einmal den Fall, dass im Dutt einer Frau abgebrochene Rasierklingen gefunden wurden.

Man darf die Arrestzellen jedoch nicht mit einem Gefängnis verwechseln. Hier ist man nicht länger als 48 Stunden, denn dann muss man entweder der Haftrichterin oder dem Haftrichter vorgeführt werden, wenn es Beweise gibt, oder man darf wieder nach Hause gehen.

Wir bedanken uns bei der Polizei Augsburg für den interessanten Nachmittag!

Hannah Baier, Marlene Cakir, Lea Stechele, 8d

 

Arrestzellen